Kastanienblütenhonig

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Kastanienblütenhonig

Region

Pfalz

Kastanienblütenhonig - eine regionale Spezialität aus der Pfalz

Das regionale Original „Kastanienblütenhonig“ (in der Pfalz auch gerne als „Keschdehonig“ bezeichnet) ist ein sortenreiner Honig, der von den Bienen aus dem Pollen und Nektar der Edelkastanie (Castanea sativa) hergestellt wird. Dies ist nur in jenen Regionen möglich, in denen diese wärmeliebende Baumart in größerer Menge vorkommt. Das sind in Deutschland insbesondere die wärmebetonten Standorte in den Randlagen des Oberrheingrabens.

Kastanienhonig hat ein zart-herbes Aroma und ist dunkel-flüssig bis feinkristallin. Er ist besonders reich an Mineralien uns Spurenelementen. Dies wirkt sich nebenbei auch positiv auf die elektrische Leitfähigkeit des Honigs aus. Früher wurde der Mineralanteil durch die aufwändige Bestimmung des Aschegehaltes im Honig bestimmt.  Dass Kastanienhonig besonders reichhaltig ist, zeigt auch ein Blick in die „Honigrichtlinie der EU“ (Richtlinie 2001/110/EG). Diese schreibt vor, dass ein Honig zur Vermarktung ein elektrische Leitfähigkeit von maximal 0,8 mS/cm besitzen darf, während ein Kastanienhonig eine elektrische Leitfähigkeit von mindestens 0,8 mS/cm besitzen muss, um unter diesem Namen vermarktet zu werden.

Geschmacklich unterscheidet sich Kastanienblütenhonig aus der Pfalz natürlich nicht von sortenreinem Kastanienblütenhonig aus anderen wärmeliebenden Gegenden Deutschlands. Seine regionale Bedeutung ist in der Pfalz aber aufgrund der dort noch relativ hohen Vorkommen der Edelkastanie bedeutender als andernorts.  Daher haben wir sie als Regionales Original der Pfalz zugeordnet.

Die Geschichte des Kastanienblütenhonigs in der Pfalz

Den Weinbau haben bekanntlich die Römer nach Deutschland gebracht. Archäologische Ausgrabungen weisen in der Region Mosel bereits für das 1. Jahrhundert nach Christus Kelteranlagen nach. Wein war bereits damals, zur Zeit der römischen Besetzung, ein wichtiges Mittel, um Soldaten und zivile Besatzer bei Laune zu halten. So breitete sich der Weinbau in den römisch besetzten Regionen schnell aus – zumindest dort, wo die klimatischen Bedingungen für den Weinanbau günstig waren.

Im Schlepptau der Reben wurde dann auch die Edelkastanie in Deutschland angebaut. Dafür gab es neben den wohlschmeckenden Früchten noch zwei weitere, schwerwiegende Gründe. Zum einen war das Holz der Edelkastanie sehr gut für die Verwendung als „Rebstecken“, also als Wuchshilfe für die Reben geeignet, denn es war nicht nur gerade, sondern aufgrund der Inhaltsstoffe auch verwitterungsbeständiger, als das der heimischen Baumarten. Zum zweiten eignete sich die Edelkastanie auch sehr gut zur Niederwaldwirtschaft und war damit ein sehr guter Brennholzlieferant.

Gründe genug also, die für eine weite Verbreitung der Edelkastanie, insbesondere dann im späten Mittelalter führten. Diese Epoche war auch eine Blütezeit der Waldimkerei, die auch gerne als „Zeidlerei“ bezeichnet wird. Dabei sammeln die Bienen den Pollen insbesondere von den Blüten der Waldpflanzen. Wenn nun eine bestimmte Pflanze sehr häufig vorkommt – und genau das war in den Niederwaldgebieten mit Edelkastanien der Fall – dann bleiben die Bienen eines Volkes gerne dieser einen Pflanzenart treu, so lange diese Blüten. So entsteht quasi automatisch ein sortenreiner Kastanienblütenhonig.

Wo bekomme ich Kastanienblütenhonig?

Heutige Produktion und Verfügbarkeit

Die Niederwaldwirtschaft ist zwar an den meisten Orten von Hochwaldforsten verdrängt worden, dennoch gibt es noch sehr viele Edelkastanien in den wärmebegünstigten Lagen der Pfalz. Viele Imker schaffen es daher auch heute noch, ihre Völker so zu positionieren, dass sie sortenreinen Kastanienblüten produzieren. Den Honig bekommt man am besten über den Direktverkauf der Imker. Die wenigsten haben eine eigene Internetseite. Und dann gibt es einzelne Internetshops, die Kastanienblütenhonig im Sortiment haben.

Produzenten / Hersteller

  • Silke Friederich, Hauptstraße 106, 67366 Weingarten; www.weingartenhonig.de
  • Thomas Hans, Raiffeisenstraße 14, 76863 Herxheim; www.imker-hans-shop.de
  • Holger Schemel, Berta-Benz-Straße 106, 64404 Bickenbach; www.imkerei-schemel.de
  • Imkerei von Steinmetz, Zeppelinstraße 67, 76887 Bad Bergzabern; www.goldzunge.de
  • Imkerei Messer, Siemensstraße 6, 67454 Haßloch; www.arndmesser.de
  • Summstoff Imkergenossenschaft eG, Ibbenbürener Straße 88, 49479 Ibbenbüren-Laggenbeck; www.summstoff.de
  • Imkerei Bunsen, Horterhof 24, 67699 Horterhof; www.imkerei-bunsen.de
  • Imkerei Heiser – Immenhof, 97855 Triefenstein-Lengfurt; www.heiserimkerei.de
  • Alex Bohlender, Altspeyerer Str. 13, 67360 Lingenfeld,
  • Andreas Mierau, Waldstraße 24, 66999 Hinterweidenthal,
  • Arnold Dilger, Gabelsberger Str. 19, 66976 Rodalben,
  • Bernhard Baumgärtner, Am Scheep 2, 55546 Neu-Bamberg,
  • Christoph Rodens, Schulstraße 12, 55776 Rückweiler,
  • Egon Wenner, Im Storchennest 7, 76872 Erlenbach,
  • Franz Bork, Am Vogelacker 15, 66887 Föckelberg,
  • Günter Brendel, Unterdorfstraße 30, 76889 Oberotterbach,
  • Hans-Jürgen Heilemann, Kirchgasse 149, 67454 Haßloch,
  • Helmut Scholz, Hauptstraße 114, 67737 Olsbrücken,
  • Inge Gries, Hauptstraße 33, 66501 Großbundenbach,
  • Johannes Weiß, Hubhofstraße 6, 76829 Landau,
  • Karl Walter, Bergstraße 7, 76889 Oberschlettenbach,
  • Matthias Frey, Holzmühlstraße 28, 67435 Neustadt,
  • Otmar Reinheimer, Robert-Koch-Straße 16, 65462 Gustavsburg
  • Roland Seiler, Dahlienstraße 4, 76829 Landau,
  • Stefan Henrich, Talstraße 2, 55758 Schmidthachenbach,
  • Thomas Weis, Ziegelgasse 2, 76889 Gleiszellen-Gleishorbach,
  • Wolfgang Paschek, Bergsteinstraße 35, 67434 Neustadt, 

Weitere Informationen zu Kastanienblütenhonig



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